Cannabis Clubs auf den Kanarischen Inseln: Teneriffa und Gran Canaria Guide (2026)
guide8. Juni 2026·14 Min. Lesezeit

Cannabis Clubs auf den Kanarischen Inseln: Teneriffa und Gran Canaria Guide (2026)

Teneriffa hat 146 aktive Cannabis-Clubs, Gran Canaria 78. Dasselbe Rechtsmodell wie auf dem spanischen Festland, dieselben Regeln, dieselben Risiken.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Cannabis-Gesetzgebung in Spanien ist komplex und die Durchsetzung variiert. Überprüfe stets die aktuelle Situation, bevor du Entscheidungen triffst. Nur für Erwachsene ab 18 Jahren.


Kann ein Tourist auf den Kanarischen Inseln einen Cannabis-Club besuchen?

Ja — unter denselben Bedingungen wie überall in Spanien. Die Kanarischen Inseln sind eine spanische autonome Gemeinschaft. Ihr rechtlicher Rahmen für Cannabis ist identisch mit dem von Madrid, Barcelona oder Sevilla: nationales Strafrecht und das LOPSC (die sogenannte "Ley Mordaza") gelten uneingeschränkt. Es gibt keine regionsspezifische Cannabis-Gesetzgebung auf den Kanaren, und der steuerliche Sonderstatus der Inseln (Zollausschluss vom EU-Gebiet) hat keinerlei Auswirkung auf die Drogenpolitik.

Kurze Antwort: Möglich, ja — aber nur innerhalb des Clubs, nur als Mitglied, und niemals in der Öffentlichkeit.


Rechtlicher Rahmen auf den Kanaren

Die Kanarischen Inseln haben keine eigene Drogengesetzgebung. Das spanische Strafgesetzbuch und das LOPSC 4/2015 gelten vollumfänglich. Persönlicher Konsum und privater Anbau sind entkriminalisiert, können aber zu Verwaltungsstrafen führen, wenn sie im öffentlichen Raum stattfinden. Verkauf, Handel und Vertrieb bleiben Straftaten.

Hinweis zum Sonderstatus: Die Inseln sind eine Ultraperipherie-Region der EU mit einer Wirtschaftssonderzone (ZEC), die Mehrwertsteuer und Zölle betrifft. Dies hat keine Auswirkung auf das Strafrecht oder die Drogenpolitik.

Das Cannabis Social Club-Modell

CSCs funktionieren auf der Grundlage der consumo compartido-Doktrin (gemeinschaftlicher Konsum): Eine Gruppe erwachsener Konsumenten gründet einen privaten gemeinnützigen Verein, baut Cannabis kollektiv an und verteilt es nur unter Mitgliedern in einem geschlossenen Privatraum. Ein CSC ist kein Coffeeshop. Die Struktur ist vereinsrechtlich, nicht kommerziell.

Die Ley Mordaza (Art. 36 LOPSC) erlaubt Verwaltungsstrafen für Cannabis-Konsum im öffentlichen Raum von 601 € bis 30.000 €.


Teneriffa: die größte Club-Konzentration

Teneriffa ist die bevölkerungsreichste Kanarische Insel. Die Seshly-Datenbank listet derzeit 146 aktive Einrichtungen im Bereich Santa Cruz de Tenerife — der drittgrößte CSC-Schwerpunkt in Spanien nach Barcelona (112) und vor Madrid (50).

Wichtiger geografischer Hinweis: Viele Teneriffa-Clubs verwenden "Santa Cruz de Tenerife" als administrative Stadt, auch wenn sie physisch woanders auf der Insel liegen. In der Praxis sind Clubs über den metropolitanen Norden (Santa Cruz, La Laguna) und den touristischen Süden verteilt — Adeje, Costa Adeje, Playa de las Américas, Los Cristianos — wo die meisten internationalen Besucher übernachten.

Die Teneriffa-Szene ist sehr heterogen: echte Vereinsclubs mit stabilem Lokalmitgliederbestand stehen neben Betrieben, die hauptsächlich auf Massentourismus ausgerichtet sind. Warnsignale: Werber vor der Tür, Versprechen ohne Formalitäten, Zutritt ohne Papiere.

→ Clubs in Teneriffa / Santa Cruz de Tenerife ansehen


Gran Canaria: Las Palmas und der Süden

Gran Canaria ist die zweite große Insel für CSCs auf den Kanaren. Seshly listet 78 aktive Clubs im Bereich Las Palmas de Gran Canaria.

Der südliche Ferienort-Korridor — Maspalomas, Playa del Inglés, Meloneras — liegt geografisch getrennt von Las Palmas (etwa eine Stunde Fahrt). Die Datenbank listet aktuell keine Clubs unter separaten Slugs für Maspalomas oder Playa del Inglés; Clubs im Süden der Insel sind unter Las Palmas erfasst.

→ Clubs in Las Palmas ansehen


Andere Inseln: Lanzarote, Fuerteventura und die kleineren Inseln

Die Seshly-Datenbank listet derzeit keine aktiven Clubs auf Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera oder El Hierro. Dies spiegelt die verfügbaren Daten wider, nicht unbedingt die vollständige Realität. Auf diesen Inseln gilt derselbe rechtliche Rahmen.


Als Besucher einem Club beitreten

  • Ausweiskontrolle: Reisepass oder Personalausweis obligatorisch. Mindestalter 18, manchmal 21
  • Mitgliedsformular: Unterschrift und Anerkennung der Vereinsregeln
  • Mitgliedsbeitrag: einmalig oder jährlich, nicht erstattungsfähig
  • Eventuell Wartezeit: zwischen Anmeldung und erstem Besuch (24 Stunden bis eine Woche)
  • Empfehlung: Formal durch ein bestehendes Mitglied; viele Clubs haben Online-Systeme

Alles, was konsumiert wird, wird vor Ort konsumiert. Nichts verlässt das Gelände.

→ Ausführlicher Leitfaden: Wie man als Tourist in Spanien einen Cannabis Social Club wählt


Praktische Tipps

Transport. Nicht fahren nach dem Konsum. Spanisches Verkehrsrecht behandelt Drogenfahren als Straftat — null Toleranz. Taxi-Apps und öffentliche Busse (TITSA auf Teneriffa, Global auf Gran Canaria) sind die Alternativen.

Flughäfen sind eine absolute Grenze. Niemals durch einen kanarischen Flughafen — TFN, TFS, LPA — mit irgendetwas. Dasselbe gilt für Fährhäfen zwischen den Inseln.

Strände und Promenaden. Das kanarische Klima macht Freiluftkonsum verlockend. Die Ley Mordaza macht ihn riskant. Strände sind öffentliche Räume. Bußgelder werden regelmäßig an Touristen verhängt.

Hotelbalkone sind keine Privaträume im rechtlichen Sinne. Hotels verbieten in der Regel jedes Rauchen.


FAQ

Kann ich am Strand auf den Kanaren Cannabis rauchen? Nein. Strände sind öffentliche Räume. Bußgeld ab 601 €.

Brauche ich einen spanischen Freund, um in einen Club zu kommen? Formal ja; in der Praxis haben viele Clubs Online-Empfehlungssysteme.

Ist es sicherer auf den Kanaren als in Barcelona? Der Rechtsrahmen ist identisch. Das hohe Tourismusvolumen hat zu gezielten Operationen gegen Clubs geführt, die offen für Touristen werben.

Was passiert, wenn ich beim öffentlichen Konsum erwischt werde? Verwaltungsstrafe ab 601 €, Einziehung des Besitzes. Kein Strafregistereintrag.

Kann ich etwas mit nach Hause nehmen? Nein. Internationaler Transport ist Trafficking, unabhängig vom Herkunftsort.


Abschließende Einschätzung

Die Kanarischen Inseln sind nach Katalonien die dichteste CSC-Region Spaniens: 146 im Bereich Teneriffa und 78 in Las Palmas laut aktueller Datenbank. Diese Dichte schafft eine breite Qualitätsspanne — von echten Vereinsclubs mit langjähriger Vereinskultur bis zu Betrieben, die ausschließlich auf uninformierte Touristen ausgerichtet sind. Der Unterschied, sowohl in der Erfahrung als auch im rechtlichen Risiko, ist erheblich.


Letzte Aktualisierung: Juni 2026. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Dieser Artikel dient nur allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar.
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